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........weilt mitten unter uns..........


Falsch verwendete Fremdwörter

Beispiel "effektiv" und "effizient"

Stellen Sie sich vor, Sie wollen den Rasen mähen. Dafür stehen Ihnen ein Besen, eine Schere und ein Rasenmäher zur Verfügung. Da der Besen nicht effektiv ist, scheidet er aus. Die beiden anderen Geräte dagegen sind effektiv, weil sie (irgendwann) zum Ziel führen.

Effizient wiederum ist das Vorhaben nur mit dem Rasenmäher, da es deutlich weniger Aufwand bedeutet - in diesem Fall also Zeit. Effizienz macht also immer eine Aussage zum Wirkungsgrad (schneller - besser - sparsamer - günstiger etc.)

Die Kernaussage daraus: Verknüpfen von effektiv mit effizient ist immer optimal!


Falscher Gebrauch von Konjunktionen (Bindewörtern)

Beispiel "als" und "wie"

Mit Adjektiven (Eigenschaftwörtern) kann man Nomen und Objekte vergleichen. Erfolgt dieser Vergleich im Positiv (Grundform ohne Steigerung), wird die Konjunktion "wie" verwendet. Man drückt damit also die Gleichheit aus.

..........dieser Sommer ist so heiß wie der letzte..............

Erfolgt dieser Vergleich dagegen im Komparativ (1. Steigerungsform),wird die Konjunktion "als" verwendet. Man drückt damit also die Unterschiedlichkeit aus.

........dieser Sommer ist heißer als der letzte.................

Eine Kombination von "als wie" ist stümperhaft und eher Beleg für einen minderen Verstand. Vor einiger Zeit hat ein Lebensmittelkonzern so eine bestimmte Ware angeboten!

........unser Angebot ist diesmal noch günstiger als wie das letzte Mal........


Mißbrauch nicht mehr steigerbarer Adjektive

Jeder hat schon mal von diesen schrägen Konstrukten gehört. Hier wird dem Superlativ (höchste Steigerungsform) ein regelwidriger Hyperlativ einfach "draufgesetzt".

Aus "voll" wird "vollster"

Aus "einzig" wird "einzigster"

Aus "optimal" wird "optimalster"

Diese Liste lässt sich leider problemlos verlängern!

Ausnahmen:

Wenn Ihnen der Arbeitgeber im Zeugnis ein "stets zur vollsten Zufriedenheit" bescheinigt, sollten Sie besser nicht widersprechen, denn schließlich bedeutet das lt. dem gängigen Zeugniscode die Note 1 - und diese Codes leben nunmal von ihrer eigenen Sprache. (Klammheimlich setze ich voraus, dass Sie diese Note auch verdient haben).

Dass auch die eine oder andere unserer Literaturgrößen und Klassiker wie Goethe oder Storm manchmal (wohl auch bewusst) aus dieser falschen Quelle geschöpft haben, schmälert ja nicht deren Leistung. Wir sollten dies ganz einfach als "dichterische Freiheit" begreifen. Oder gelassen zu der Einsicht kommen: "Qod licet Iovi, non licet bovi."


Eher nicht: Worthülsen - Strohdrescher - Nebelbomben - Weichmacher

Im Klartext: "Geschreibsel", belanglos bis inhaltslos. Besser unter der Sorte "Potemkinsche Dörfer" einzuordnen nach dem Stichwort: "Außen wow und dahinter hohl".

Bedeutungsschwangere Texte, die sich nach Auflösen der Nebelfelder als Muster mit bescheidenem Wert verkaufen.

Oft ausgeschmückt mit unverbindlichen, butterweichen Aussagen im Konjunktiv ("...man müsste mal.....") oder einem Prachtstück wie ("....eigentlich....").

Die meisten unserer Politiker, Führungskräfte und Wissenschaftler sind darin hoffnungslos verliebt.

"In dieser Abteilung werden speziell integrative Optionen kommuniziert, um den Paradigmenwechsel der strategischen Module zu steigern." 

"Wir evaluieren unsere proaktiven Potentiale, um den Mehrwert der projektiven Zielsetzungen zu potenzieren."

Wie bitte?? Ach so, ja wirklich.........wenn Sie meinen??


Zur Ehrenrettung von Phrasen und Floskeln:

Die o.a. Beispiele gehören zur Sorte "reines Geschwafel im Konzentrat". Ansonsten können Phrasen und Floskeln natürlich die Sprache auch so richtig würzen. Bildhaft gesprochen: Sie färben den Text ein und verstärken auch die eine oder andere (bisher) farblose Stelle.

Entscheidend ist dabei immer: Wo setze ich sie (im Alltag) sparsam und angemessen ein?


Davon ausgenommen sind wissenschaftliche Arbeiten:

Phrasen und Floskeln sind hier immer Todsünden! Im schlimmsten Fall noch überwuchert von Elementen der Umgangssprache. Mit manchmal verhängnisvollen Folgen für die Note.




 
























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Ad Litteram Dipl.-Ing. FH Rudolf Golla | adlitteram@t-online.de